Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik

  • berufsbegleitendes Blockseminar
  • basierend auf dem Curriculum des DeGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychotraumatologie) und dem Fachverband Traumapädagogik e.V.
  • konzeptioniert von Pädagog*innen für den pädagogisch-beratenden Bereich

Kursinformationen

Start 08.09.2022 Hamburg
18.08.2022 Hamburg
Informationsabend in Präsenz und Online möglich
23.08.2022 Hamburg
Informationsabend in Präsenz und Online möglich
Dauer

6 Monate (berufsbegleitende Blockseminare und Supervisionsabende)

Unterrichtszeiten

Donnerstag 17:00 bis 20:30 Uhr
Freitag 09:00 bis 17:00 Uhr
Samstag 09:00 bis 17:00 Uhr
Supervisionsabend 17:30 bis 20:40 Uhr

Unterrichtsformat

Hybrid, d.h. Sie können sich entscheiden, ob Sie vor Ort oder Online (Zoom) an der Weiterbildung teilnehmen.

Kursgröße

Max. 20 Teilnehmer*innen

Abschluss

Sie erhalten bei erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat der GIS-Akademie mit dem Titel „Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik“.

Förderung

Anerkannt als Bildungsurlaub, Bildungschecks und Bildungsförderungen der Länder Hamburg, SH, Niedersachsen, Bremen, QCG (Qualifizierungschancengesetz). Wir beraten Sie gerne!

Ihre Chance

Informationsabende zur Weiterbildung von 19:00 bis 20:30 Uhr vor Ort und online möglich. Anmeldungen bitte per E-Mail an info@gis-akademie.de

Möchten Sie in Ihrem Tätigkeitsfeld Menschen professionell begleiten und mögliche Traumatisierungen erkennen und adäquat darauf reagieren können?
Dann erhalten Sie in dieser Weiterbildung die nötigen Kenntnisse, die Ihnen den Umgang mit traumatisierten Menschen erleichtert und es Ihnen ermöglicht, professionell Hilfestellung zu geben.

Sie erlernen die Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumapädagogik und die nötigen Handlungskompetenzen, um traumatisierten Menschen professionell zu begegnen und ihnen Orientierung und Handlungsmöglichkeiten zu geben.

Zielgruppe

Diese Weiterbildung bietet Ihnen die Möglichkeit den ersten Schritt in Richtung Ihrer neuen professionellen Zukunft zu gehen. Sie ist geeignet für Menschen, die beruflich mit traumatisierten u.a. zugewanderten Menschen Kontakt haben und sie begleiten. Sie erlernen Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumapädagogik, so dass Sie diesen Menschen Orientierung und Handlungsmöglichkeiten geben können.

Sie richtet sich an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung in sozialen Berufen, z.B.,
• Dipl.-Pädagog*innen und Dipl.- Sozialpädagog*innen,
• Dipl. Sozialarbeiter*innen und Schulsozialarbeiter*innen
• Vermittler*innen & Fallmanager*innen aus dem Bereich ALG I & II und Jobcoaches,
• Lehrkräfte, Beratungslehrer*innen und Erzieher*innen
• Dipl.-Heilpäda gog*innen,
• Dipl.-Psycholog*innen und Ärzt*innen oder analogen Abschlüssen,
• Quereinsteigende Akteur*inn aus der Arbeit mit Geflüchteten (Inter- und transkulturelle Arbeitsfelder),
• Quereinsteigende aus Rettung & Schutz (Feuerwehr, THW, Polizei),
• Interessierte Beratende & Seelsorgende mit regelmäßigem Kontakt zu relevanten Zielgruppen sowie
• Personalverantwortliche Leitungskräfte aus dem sozialpflegerischen Bereich

Kursinhalte

Die Inhalte der Weiterbildung basieren auf dem Curriculum für den Abschluss „Traumapädagogik/Traumatisierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik“ des DeGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychotraumatologie) und dem Fachverband Traumapädagogik e.V.
Dieses Curriculum finden Sie auf der Homepage des DeGPT.

Die Weiterbildung gliedert sich in 7 Blockveranstaltungen am Wochenende und 6 Supervisionsabende.

BLOCK I - Einführung in die Psychotraumatologie

Grundsätzliches & Perspektiven:
  • Unterschiedliche Perspektiven bezüglich des Phänomens Traumatisierung (Janet / Freud)
  • Grundsätze der Traumapädagogik (gemäß BAG-Traumapädagogik)
  • Unterscheidung Traumapädagogik / Traumaberatung / Traumatherapie
Grundlagen der Psychotraumatologie:
  • Definitionen: Trauma, PTBS, k-PTBS
  • Symptomvielfalt bei Trauma
  • Epidemiologie
  • Unterschiedliche Arten von Traumatisierungen (u.a. „Entwicklungstrauma“)
  • Trauma als vielfältiges Phänomen: Komorbiditäten (u.a. Trauma und depressive Störungen, Trauma und unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen, Trauma und Sucht)
  • Neurobiologie des Traumas (u.a. MacLean, Porges, van der Kolk)
  • Defensivsystem / Toleranzfenster (u.a. Porges / Dana)
  • Dissoziation und „strukturelle Dissoziation“ als traumatypisches Phänomen erfassen (u.a. Nijenhuis; van der Haart)
  • Assoziation und Selbstermächtigung als traumapädagogisches Ziel
  • Übungen zu Achtsamkeit und Stabilisierung

BLOCK II - Zentrale Aspekte der Traumasensibilität

„Pädagogik des guten Grundes“ – oder jedes Verhalten hat (s) einen Sinn:
  • Grundlagen der systemisch-traumazentrierten Beratung
  • Konsequenter Ressourcenfokus, fragende Haltung & Traumasensibilität
  • „Die Lösung im Problem“ / Trauma als kreative und überlebenssichernde Leistung des Organismus
  • Rad der Einflüsse / Ressourcenrad (Satir)
    • Pädagogische Wege der traumsensiblen Kontaktgestaltung
  • Zusammenhang von Emotionen und Bedürfnissen (u.a. GfK/Rosenberg)
  • Wege der Deeskalation – oder mit welchem „Ohr“ kann man innere Anliegen „hören“ (Schulz von Thun)
Berufsrolle, Rahmenbedingungen & Selbstreflexion:
  • Die eigene Berufsrolle als Handlungsrahmen ergründen
  • Traumasensibilität im Kontext wirtschaftlicher und struktureller Vorgaben
  • Selbstreflexion: Biografisches als Teil der Berufsrolle
  • Übungen zu Achtsamkeit und Stabilisierung

BLOCK III- Resilienz & Bindungsdynamik im Traumakontext

Resilienz & Resilienzfaktoren:
  • Resilienzbegriff / Trauma & Resilienz
  • Dimensionen des sicheren Ortes (u.a. Baierl)
Bindungsdynamik im Traumakontext
  • Bindung und Bindungsstörungen im Kontext von Traumatisierung (u.a. Bowlby)
  • Bindungsdynamik bei Boderline-PS im Traumakontext
  • Grundlagen zu Übertragung und Gegenübertragung
  • Erkennen und Umgang mit traumabedingten Übertragungen
  • Würdigung individueller Lösungsansätze Traumatisierter / komplex Traumatisierter (u.a. Linehan)
  • Korrigierende Bindungserfahrung als traumapädagogsiche Grundlage
Gesetzliche Grundlagen im Kontext von Gewalt und Traumatisierung:
  • Rechtliche Position von Opfern von Gewalt, Folter und Verfolgung
  • Gewaltfreie Erziehung (BGB) / Kinderrechte / Kindeswohl und KWG
  • Ansprüche prüfen, haben und erheben (Rente, Schmerzensgeld, Anerkennung Opferstatus)
  • Regionales & Überregionales Netzwerk von Beratungsstellen und Ansprechpartnern
  • Exemplarische Fallverläufe vor Gericht
  • Opferschutz bei Gerichtsverfahren

BLOCK IV - Wege der Stabilisierung in der Traumapädagogik

  • Erweiterungen des „Verhaltens- und Seinsrepertoires“ traumsensibel erarbeiten und gestalten
  • Verarbeitungsmodalitäten schaffen und unterstützen
  • Sicherheit und Achtsamkeit im Traumakontext als zentrale Aspekte anerkennen und praktisch gewährleisten
  • Resilienzfaktoren von Betroffenen erkennen und fördern
  • Selbstmanagement für pädagogische Akteure im Zusammenhang mit traumapädagogischen Herausforderungen
  • Übungen zu Achtsamkeit und Stabilisierung
  • Triggeranalyse & konstruktiver Umgang mit Triggern
  • Selbstermächtigung, Selbstfürsorge im Alltag
  • Veränderung dysfunktionaler Kognitionen
  • Konstruktive Objekte der Vergangenheit
  • Dem inneren Defensivsystem traumasensibel begegnen
  • Toleranzfenster erkennen, nutzen und erweitern (u.a. Dana)
  • Grenzen pädagogischen Handelns & Überweisung
  • Trauma und Suizidalität / Wege des (präventiven) Umgangs
  • Techniken der Stabilisierung: Arbeit mit Skalierungen: „Gefühlsregler“ Priorisieren im Traumakontext: „Tresorübung“, Selbstermächtigung & Einflussnahme: „Bildschirmtechnik“
  • Weitere Übungen zu Achtsamkeit und Stabilisierung

BLOCK V- Unterstützung von Traumaverarbeitungsprozessen & traumapädagogische Handlungsfelder

Traumverabeitungsprozesse:
  • Traumaverarbeitungsprozesse als Ausdruck von innerer Pluralität & Ego-States erfassen (u.a Fitzsche, Schwartz, Satir)
  • Das „Innere Team“ als traumadidaktischer Bezugspunkt (Schulz von Thun)
  • Täterintrojekte als traumatypisches Strukturelement (an-)erkennen
  • Die Tricks der inneren Quälgeister“ (u.a. Krüger)
  • Bindungsabwertende und bindungsverstrickte Kommunikationswege innerer Anteile (u.a. Schleifer)
  • Implizites und ressourcenbasiertes Handling bei Täterintrojekten im pädagogischen Alltag (Grundsatz: keine explizite Introjektarbeit)
  • Eskalation und Reinszenierung als traumabedingten Ausdruck (innerer Anteile) verstehen
  • Paradoxe Kommunikation und Doublebinds im Traumakontext
  • Umgang mit „chronischen Paradoxien“ im Kontakt
Traumasensible Wege der Sicherung:
  • Die pädagogische Arena als sicherer (Lern-) Ort
  • Grundsätze bei bestehendem Täterkontakt
  • Dissoziationsstopp / Notfallkoffer / Fallbezug
Traumapädagogische Handlungsfelder:
  • Ambulante und stationäre traumapädagogische Handlungsfelder: Familienhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Schule, „Unterkunft“, Pflegefamilie
  • Einweisung und institutionelle Sicherung
    • Exkurs: Trauma und Forensik
  • Übungen zu Achtsamkeit und Stabilisierung

BLOCK VI - Dimensionen der Traumapädagogik

Klientenzentrierte Dimensionen der pädagogischen Praxis:
  • Möglichkeiten der Psychoedukation
  • Alternatives Verhalten für „Innere Quälgeister“ initiieren
  • Re-Inszenierungen konstruktiv begegnen
  • Achtsamkeitsübungen
Institutionelle und interkulturelle Dimensionen der Traumasensibilität:
  • Teamrollen /Teamdynamik und deren Reflexion im Kontext von traumabedingten Verhaltensweisen („Teamspaltungen“ und vermeintliche „Problemfälle“)
  • Trauma als systemimmanenten Faktor verstehen („Die traumatisierende und traumatisierte Institution“)
  • Traumasensibilität als integraler Bestandteil von Organisationen (Partizipation, Inklusion, transparente Gestaltung von Regelwerken, Gewaltfreiheit als Handlungsbasis, Eindeutigkeit)
  • Traumapädagogik als globale Herausforderung (wirtschaftliche und politische Bedingungen im Traumakontext)
  • Kultur- und Traumasensibilität im Kontext von Flucht und Ankommen-Können
  • Flucht als Traumafaktor / Migrationserfahrung als Extrembelastung
  • Bedürfnisse und Werte als kulturspezifischer Ausdruck
  • Traumasensbilität jenseits von „Fremd“ und „Eigen“, Kultur und Ethnie
  • Resilienzfokus auf Systeme mit Flucht – und / oder Migrationserfahrung

BLOCK VII - Abschlusskolloquium

Termine

Block I - Supervision 1 08.09. - 10.09.2022 13.09.2022
Block II - Supervision 2 06.10 - 08.10.2022 18.10.2022
Block III - Supervision 3 17.11. - 19.11.2022 15.11.2022
Block IV - Supervision 4 08.12. - 10.12.2022 13.12.2022
Block V - Supervision 5 12.01. - 14.01.2023 24.01.2023
Block VI - Supervision 6 16.02. - 18.02.2023 13.03.2023
Block VII - Abschlusskolloquium 30.03. - 01.04.2023  

Ansprechpartner


Gabriele Schulze

Officemanagerin
Hamburg

Telefon: 040 / 303 93 123
E-Mail: info@gis-akademie.de


Volkmar Suhr

Seminarleiter / Dozent
Dipl. Pädagoge Systemischer Psychotherapeut (HPG/DGSF)


Inga Struve

Dozentin
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familien- und Sozialrecht


Michel A. Schulte Ostermann

Dozent
Forensischer Psychologe, M. Sc. / Systemischer Berater und Supervisor / Forensischer Schematherapeut i.A.


Referenzen

„Die Weiterbildung zur traumazentrierten Fachberatung stellt das fehlende Puzzleteil in meiner systemischen Beratungstätigkeit dar. In fast jedem Beratungsfall stellt sich heraus, dass Menschen in ihrem Leben und Handeln durch traumatische Ereignisse beeinflusst werden.“

Stella B.
Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik

Alle Referenzen

Abschluss / Zertifikat

Sie erhalten bei erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat der GIS-Akademie mit dem Titel „Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik“.

Kosten

Die gesamte Weiterbildung (Theoretischer Unterricht und Supervision, 164 UEs) kostet 3.250,- EUR inkl. MwSt. Ratenzahlung ohne Aufpreis nach Absprache möglich.

Förderungsmöglichkeiten

Anerkannt als Bildungsurlaub, Bildungschecks und Bildungsförderungen der Länder Hamburg, SH, Niedersachsen, Bremen, QCG (Qualifizierungschancengesetz) uvm. Wir beraten Sie gerne!

Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik